Erleichterungen bei elektronischen Rechnungen?
Katrin Steinecke
Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin
Ein Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen (z. B. PDF-Dokumente) war in der Vergangenheit nur möglich, wenn die Rechnung mittels komplizierter Verfahren (EDI, qualifizierte Signatur) versandt wurde. Aufgrund der geringen Verbreitung dieser Verfahren war es für formal orientierte Betriebsprüfer ein Leichtes, Mehrergebnisse durch die Versagung des Vorsteuerabzugs aus elektronischen Rechnungen zu erzielen. Unternehmern musste daher geraten werden, keine elektronischen Rechnungen auszustellen oder zu akzeptieren.

Verlustabzug beim Anteilskauf: in dubio pro fisco
Annette Dieckmann
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
Mit seinen Urteilen vom 25.6.2009 und vom 14.7.2009 hatte sich der Bundesfinanzhof (BFH) wiederholt gegen die bisherige Verwaltungsauffassung gestellt und entschieden, dass der Abzug von Erwerbsaufwand im Zusammenhang mit Veräußerungen von Anteilen an Kapitalgesellschaften bei Beteiligungen von mindestens 1 % (§ 17 Abs. 1 und Abs. 4 EStG) jedenfalls dann nicht nach dem Halbabzugsverbot – bzw. dem Teilabzugsverbot ab dem Veranlagungszeitraum (VZ) 2009 – gem. § 3 c Abs. 2 Satz 1 EStG begrenzt ist, wenn der Steuerpflichtige keinerlei durch seine Beteiligung vermittelte Einnahmen erzielt hat.
Dauerstreit um Sanierungsklausel
Von Markus Mehring
Rechtsanwalt
Seit Jahrzehnten beschäftigt sich das Steuerrecht mit der Verrechnung von Verlusten innerhalb einer Kapitalgesellschaft im Anschluss an einen vollständigen oder teilweisen Gesellschafterwechsel. Nach der derzeitigen Regelung entfällt ein Verlustvortrag bei einer Kapitalgesellschaft quotal, wenn mehr als 25% der Anteile übertragen werden, und vollständig, wenn mehr als 50 % der Anteile übertragen werden. Als Reaktion des Steuergesetzgebers auf die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde 2009 mit Wirkung zurück in das Jahr 2008 eine sog. Sanierungsklausel verabschiedet. Diese sollte es wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen trotz eines Anteilseignerwechsels ermöglichen, Verluste gegen zukünftige Gewinne zu verrechnen, wenn ein Sanierungsfall vorliegt.
Meilicke II: Anrechnung ausländischer Dividenden
Von Guntram Teichgräber
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
Bereits im Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 6.3.2007 in der Rechtssache Meilicke (292/04) hatte der EuGH das alte Körperschaftsteueranrechnungsverfahren, das eine Anrechnung nur für von inländischen Gesellschaften gezahlte Dividenden vorsah, für gemeinschaftswidrig erklärt. Offen blieb allerdings, wie das für das deutsche Körperschaftsteuersystem konzipierte Anrechnungsverfahren bei ausländischen Dividenden durchzuführen ist, insbesondere welche formellen Anforderungen an den Nachweis ausländischer Körperschaftsteuer zu stellen sind.
Und der Dienstwagen ist doch das liebste Kind …
Von Rainer Pietyra
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
Wer sich die Rechtsprechung der Finanzgerichte und die Veröffentlichungen der Finanzverwaltungen der letzten Jahre anschaut, muss zwangsläufig zum Schluss gelangen, dass die steuerliche Behandlung der Privatnutzung von betrieblichen Fahrzeugen eines der größtenProbleme unseres Landes ist. Die Flut von Entscheidungen und Veröffentlichungen macht deutlich, dass dieses Thema bei der Finanzverwaltung ganz oben auf der Agenda steht.Und auch die Steuerpflichtigen sind beim Auto am allerwenigsten bereit, Änderungen zu ihren Ungunsten zu akzeptieren.

